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Von der Schale bis zum Kern: Apfelabfälle als Ressource der Lebensmittelindustrie

Natürliche Antioxidantien können nun dank innovativer Technologie aus den Abfällen der Apfelverarbeitung gewonnen werden. Herausgefunden haben das Forscher an der Freien Universität Bozen.

Im Apfel steckt viel Gutes. Das ist allgemein bekannt.

Was bislang nur Wenige wissen: aus den als Abfall geltenden Restmaterialien wie Apfelschalen, -gehäusen, -samen und -mark können günstige und natürliche Antioxidantien für die Lebensmittelindustrie gewonnen werden. Herausgefunden hat das eine Gruppe von Forschern an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen. Überaus gute Nachrichten also für die im Food-Sektor tätigen Unternehmen: dank des Apfels, eines der wichtigsten Standbeine der Südtiroler Agrar- und Lebensmittelwirtschaft — jedes Jahr werden hier ca. 950.000 Tonnen Äpfel geerntet, das entspricht 50 % der italienischen und 10% der europäischen Apfelernte — können diese schon bald anstelle synthetischer Stoffe günstige und natürliche Inhaltsstoffe verwenden. Ein weiterer Vorteil des innovativen Verfahrens: industrielle Lebensmittelabfälle können so nachhaltig verwertet werden.

Vor Kurzem präsentierten die Wissenschaftler aus Bozen — unter der Leitung des Lebensmitteltechnikers Prof. Matteo Scampicchio — das Ergebnis ihrer Studie in einer der renommiertesten interdisziplinären Fachzeitschriften zum Thema der nachhaltigen Produktionstechnologien, dem „Journal of Cleaner Production“. Ihre Labors hat das internationale Forscherteam im NOI Techpark— wichtigster „Innovationshub“ der Region — welcher auf die Schlüsselbranchen der Südtiroler Wirtschaft spezialisiert ist, darunter auch die Lebensmitteltechnologien. 

Antioxidantien aus Abfällen der Apfelverarbeitung: Ausgangspunkt der Studie war der Apfel, von dem ein Großteil der Agrarwirtschaft Südtirols abhängt. Die Forscher haben das Potenzial der überkritischen Kohlendioxid-Extraktion genutzt, um phenolische und antioxidative Verbindungen aus Abfällen der Apfelverarbeitung zu extrahieren. Giovanna Ferrentino, Wissenschaftlerin an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Unibz und Mitautorin des kürzlich veröffentlichten Artikels „Biorecovery of antioxidants from apple pomace by supercritical fluid extraction", wies nach, dass „die so gewonnenen Verbindungen eine höhere antioxidative Wirkung haben als jene, die durch traditionelle Technologien wie Aufweichung oder Lösungsmittelextraktion gewonnen werden." „Das Verfahren, mit dem wir die phenolischen Antioxidantien extrahieren, hat den Vorteil, überkritisches Kohlendioxid als Lösungsmittel zu verwenden", erläutert Scampicchio. „Es ist farblos, geruchlos, ungiftig, nicht brennbar und sicher.“

Zusammenarbeit zwischen Unibz und Fructus Meran: Das Ergebnis der Studie bietet der Lebensmittelindustrie nunneue natürliche Stoffe, die zudem billiger sein werden als künstlich hergestellte. Zudem geht die Forschungsarbeit das Problem der Lebensmittelabfälle an. Abfälle, die ansonsten mit entsprechendem Kostenaufwand entsorgt werden müssten, werden so bestmöglich verwertet. Durchgeführt wurde das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Firma Fructus Meran, europaweit führendes Unternehmen in der Produktion von Dunstäpfel, Dunstbirnen und Tiefkühlobst, die das Rohmaterial für die Extraktionsversuche lieferte.

MEHR INFOS UND BILDQUELLE:

verticalinnovation.de/Apfelabfaelle


Ansprechpartner

Julia Verdorfer IDM Südtirol
Ecosystem Food
Tel. +39 0471 094 236
julia.verdorfer@idm-suedtirol.com
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